Montag, 28. November 2011

Der Kunde ist immer König

Kundenzufriedenheit ist in Japan absolut oberstes Gebot! Hier fühlt man sich wirklich umsorgt und bekommt zu spüren, was es heißt, Kunde zu sein. Eigentlich verlässt man kein Geschäft ohne das Gefühl, dass die Angestellten sich wirklich um jede Einzelheit gekümmert haben. Allerdings ist in manchen Geschäften auch die Anzahl der Beschäftigten 1:1 mit der Anzahl der Kunden, was diesen Service überhaupt erst möglich macht.

Zu dieser Rechnung muss ich wohl nicht viele Worte verlieren...

Donnerstag, 10. November 2011

秋 - Der Herbst in Japan

Was ist für Dich die schönste Jahreszeit?

Auf diese Frage bekommt man bei uns meist Sommer oder Winter als Antwort zu hören. Für die Japaner hingegen sind der Frühling und der Herbst ganz besondere Jahreszeiten. Durch den Shintoismus haben Sie eine ganz besondere Beziehung zur Natur und gerade in diesen beiden Jahreszeiten passiert nunmal am meisten in unserem natürlichen Umfeld. Der Shintoismus ist neben dem Buddhismus die größte Religion in Japan und beschäftigt sich vor allem mit der Natur.

Hält man die Augen also offen und lässt sich von der allgemeinen Stimmung leiten, sieht man plötzlich wieder, wie schön sich die Natur vor dem Winter doch wandelt. Oder wann habt Ihr zuletzt einen Herbstspaziergang wegen der Verfärbung der Blätter unternommen? Dieses Schauspiel hat in Japan sogar einen eigenen Namen. Die rote Verfärbung des Blattwerks trägt den Namen 紅葉 (Momiji).

Was natürlich vor allem im Herbst besonders schön ist, ist das Licht, dass durch die Baumkronen fällt. So schön, dass auch dieses eigentlich alltägliche Schauspiel einen eigenen Namen verdient hat. 木漏れ日 (Komorebi) nennt sich das Sonnenlicht, dass durch die Baumwipfel strömt.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Sonniger Weckdienst


Tag: Donnerstag, 27.10.2011

Ortszeit: 08:15 Uhr

Temperatur: 18/19 C°

Fazit: Ich mag das Wetter in Japan

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Wir bedienen das Klischee!



Meine Damen und Herren! Es ist wieder Quizzeit und die heutige Frage lautet:

Für was sind wir Deutschen im Ausland vor allem bekannt?

Da könnte man nun Autos aufführen, Bier wäre sicher auch nicht verkehrt und was noch!? Ja, natürlich! Die Wurst darf nicht fehlen, denn immerhin gibt es bei uns unzählige Variationen dieses leckeren Gerichts. Das blieb natürlich auch in anderen Ländern nicht verborgen.

Wofür nun dieses Quiz, fragt Ihr Euch sicher!?

Um die Meinung der deutschen Austauschstudenten zu diesem Thema zu erfahren, kam heute extra ein Fernsehteam eines japanischen Fernsehsenders zur Dokkyo. Sechs Deutsche standen der japanischen Moderatorin also Rede und Antwort zum Thema Wurst. Was die Unterschiede zwischen den japanischen und unseren Würsten sei, wie sich der Geschmack unterscheide und welche wir denn bevorzugen würden, waren nur ein paar der Fragen, die uns gestellt wurden. Natürlich hatte ich mich für die deutschen Würste entschieden, denn wo sonst auf der Welt gibt es bessere Wurst?

Nachdem das Interview beendet war, wurde die Hälfte zum Geschmackstest gebeten. Unter der Auswahl fand ich mich selbst auch wieder und durfte dann gleich als Erster den Blindtest antreten. Mit verbundenen Augen saß ich also da, folgte den Anweisungen der Moderatorin und entschied mich zwischen Wurst A und Wurst B. Danach durfte ich die Augenbinde absetzen und bekam das Ergebnis verkündet. Wie hätte es wohl anders kommen sollen? Natürlich hatte ich mich für die japanische Wurst entschieden. Also schaute ich nun in das überraschte Gesicht der Moderatorin und sah neben dem Kameramann das strahlende Lächeln des Aufnahmeleiters. Dieses Ergebnis war natürlich super, um noch weitere Fragen zu stellen. Warum ich mich denn für die japanische Wurst entschieden hätte, was ich nun denken würde, weil ich davor ja für Deutschland gestimmt hatte und so weiter. Der Stereotyp wurde mir zum Verhängnis. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass diese Wurst wirklich gut war.

Heute habe ich also gelernt, dass es auch die Japaner verstanden haben, das bei uns so begehrte Gericht herzustellen. Kommenden Montag wird die Sendung wohl gegen 7:15 Uhr ausgestrahlt. Wenn ich nun also mein japanisches Fernsehdebüt feiern sollte, rede ich über das größte Klischee, welches uns Deutschen anhaftet. Da sag ich nur: Tolle Wurst!

Dienstag, 18. Oktober 2011

おめでとう!

Der Start ins letzte Wochenende hätte besser nicht sein können. Die Mensa der Dokkyo bot am vergangenen Freitag, wie so oft, ein Eventmenü an. Allgemein ist das Essen hier wirklich immer hervorragend. Dieses Mal, war das Gericht allerdings mit einem Gewinnspiel verbunden. Ich hatte Glück und so hab ich gleich noch ein kostenloses Mittagessen für diese Woche mit abgeräumt. So kann es wirklich weiterlaufen.

Montag, 17. Oktober 2011

プリクラ

Junge Japaner sind extrem modebewusst. Alles darf extrem bunt, jedoch nie langweilig aussehen. Niemanden stört es hier, wenn ein Junge mit rosa Ohrstöpseln oder quietschbunten Sneakern rumläuft. Alles was modisch ist und gefällt ist erlaubt. Dagegen wirken wir Europäer oft wie graue Mäuse. Ein riesiger Markt der riesige Umsätze macht und ständig etwas Neues zu bieten hat.

Nicht ganz neu, dafür sehr beliebt sind プリクラ (Printclub). Während man bei uns in Fotoautomaten auch oft lustige Bilder macht, hat man in Japan noch zusätzlich eine unübersehbare Anzahl von Möglichkeiten seine Bilder noch zu verschönern. Wie ein Filmstar sieht man schon dank der voreingestellten Farben aus. So kitschig diese Fotos auch sein mögen, bringen sie vor allem eins - einen heiden Spaß! Auf den Bildern ist mit Sicherheit auch gut ersichtlich warum.



Samstag, 8. Oktober 2011

Campus Outing zum Fujisan

Ein kleines Quiz zu Anfang - Was haben der größte Berg Japans und Soba (braun-graue, gekochte Nudeln aus Buchweizen)gemeinsam?

Eigentlich nicht das Geringste, allerdings spielten beide ein zentrales Thema beim diesjährigen Campus Outing der Dokkyo. Die Uni macht nämlich einmal im Jahr einen Ausflug mit ihren Studenten. Dieses Jahr ging die Reise zum Fujisan und dabei handelt es sich jetzt nicht um einen Schreibfehler, denn so heißt der Berg wirklich. Aufgrund der falschen Lesung eines Schriftzeichens hat sich bei uns der Name Fujiyama eingebürgert, was aber so nicht richtig ist. Mit 3776 Metern überragt dieser majestätische Vulkan unsere Zugspitze um rund 800 Meter. Seine beinahe synchron verlaufenden Berghänge sind für die Japaner ein Zeichen der Vollkommenheit und so wird der Fuji geradezu verehrt und ist ein häufig wiederkehrendes Symbol in der japanischen Kunst. Diese flach abfallenden Hänge sind auch der Grund dafür, dass der Fuji, im Gegensatz zu anderen 3000ern, relativ einfach zu erklimmen ist. Allerdings geht das nur in zwei Monaten im Jahr und diese Zeit ist schon vorüber. Deshalb sind wir auf einem Pfad am Berg entlang gewandert. Dazu fuhren wir bis zur letztmöglichen Bergstation und liefen von dort aus los. Eine ganz neue Erfahrung ist es, über Lavagestein zu laufen, denn dieses ist zwar nicht so hart wie Felsgestein, aber dafür relativ lose und brüchig. Somit wurden manche Passagen zu einer lustigen Rutschpartie. Das Wetter war zum Glück gut, aber trotzdem herrschten kühle Temperaturen rund um den Berg, was aber die Laune nicht trübte.

Am Fuße des Fujisan liegt ein sagenumwobenes Waldgebiet, welches den Namen Aokigahara trägt. Leider konnten wir dieses nicht besuchen, was schade war, da ich diesen Wald gerne einmal gesehen hätte. Dieser soll nämlich jedem Kompass den Dienst versagen und Mythen und Legenden ranken sich um dieses Areal. Die Äste der Bäume sollen so dicht und die Umgebung so eintönig sein, dass man schon nach wenigen Metern im Wald die Orientierung verliert. Zu trauriger Berühmtheit kam der Wald allerdings dadurch, dass sich jedes Jahr mehrere Menschen entschließen, ihrem Leben dort ein Ende zu setzen. Der Bestsellerautor Matsumoto Seichō ließ in seinem Roman "Nami no tō" (波の塔 Der Wellenturm) seinen Protagonisten am Fuße des Fujisan in diesem Wald Selbstmord begehen. Die Welle, die er damit auslöste, war für ihn mit Sicherheit nicht absehbar. Die Polizei und Feuerwehr durchkämmen jedes Jahr den Wald und werden dabei immer fündig. Schilder mit den Nummern von Selbsthilfe-Hotlines sollen die Menschen nochmal zum Umdenken auffordern, was aber in den wenigsten Fällen zum Erfolg führen dürfte.

Nach der zweistündigen Wanderung auf dem Hikingpfad ist Wanderung auch schon vorbei. Nun geht es weiter zum Soba essen. Allerdings müssen wir die Nudeln selbst herstellen. Hierzu werden Vierer- oder Fünferteams gebildet und unter professioneller Anleitung geht die Küchenschlacht los. Eine tolle Erfahrung für alle Beteiligten und so schmeckt das Ergebnis natürlich nochmal so gut. Die Nudeln kann man entweder heiß in einer Suppe bekommen, oder kalt mit einer Art Sojasoße zum eintunken. Beides sieht hervorragend aus.
Abends kommen wir müde und total erschöpft wieder an der Dokkyo an, sind aber dafür überglücklich, denn der Ausflug gab einem die Möglichkeit sich mit vielen japanischen Studenten zu unterhalten, was so an der Uni nicht möglich gewesen wäre. Die gelöste Atmosphäre und die gemeinsamen Erlebnisse verbinden dann doch nochmal auf eine ganz andere Weiße. An nur einem Tag lerne ich so viele neue und wahnsinnig nette Leute kennen, dass ich nicht dazu in der Lage bin, mir gleich alle Namen zu merken. Mit einem guten Gefühl und einem Lächeln im Gesicht endet dieser ganz besondere und rundum gelungene Tag, an den ich mich mit Sicherheit noch lange erinnern werde.